Projekttreffen in Stuttgart

2. Oktober 2023by Lena Fiedler
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Kompetenz-Cluster kommt in Stuttgart zusammen und diskutiert: Was ist Sicherheit und wie testen wir empfundene Sicherheit?

Treffen in Stuttgart

Ende August ist das rokit-Team zu Gast beim Projektpartner Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA in Stuttgart. Beim Treffen im zweitgrößten Fraunhofer Institut ist auch Roboter angsa live mit dabei. Außerdem tauchen wir ein in die virtuelle Realität eines Elektromarkts voller Kaffeemaschinen. Zwei Tage tauschen sich die Projektpartner*innen aus, geben Inspiration und stellen kritische Nachfragen.

Wovon wir reden

Manche Begriffe funktionieren wie ein Schwamm: Sie saugen alles auf. Was zählt zum Beispiel zu „Interaktion“, was verstehen wir unter einem „Roboter“? Es ist wichtig, einzugrenzen wovon wir reden – und wovon nicht. Wenn ein Roboter beispielsweise 30 Meter von mir entfernt im Park seine Runden dreht, lässt sich das kaum mehr als Interaktion bezeichnen.

In Stuttgart wringen wir den Begriffsschwamm aus und schaffen Klarheit: Die Roboter im rokit-Projekt sind mobil, aber sie können nicht fliegen. Sie bewegen sich autonom in einem abgegrenzten Bereich, beispielsweise einem Einkaufsladen oder einer Parkfläche. Und sie interagieren mit Menschen. Als Interaktionsraum des Menschen definieren wir alles, was innerhalb eines Radius von vier Metern passiert.

Funktionale und Gefühlte Sicherheit

Wir unterscheiden in funktionale Sicherheit und gefühlte Sicherheit. Funktionale Sicherheit bedeutet, dass ein Roboter de facto niemandem über den Fuß fährt. Gefühlte Sicherheit wiederum bedeutet, dass man im Rahmen einer Begegnung auch keine Angst hat, dass der Roboter einem über den Fuß fährt. Beides ist wichtig für einen erfolgreichen Einsatz im öffentlichen Raum (ÖR). Denn wenn ein Roboter zwar objektiv sicher ist, aber nicht als sicher empfunden wird, hat er ein Akzeptanzproblem und wird nie erfolgreich zum Einsatz kommen. Für Untersuchungen gilt es also, beide Faktoren abzubilden.

Sicherheit testen – Live in Stuttgart

In Stuttgart wird Sicherheit live getestet. Wir schauen uns die Testumgebung an, die das Fraunhofer IPA im Vorgängerprojekt ARAIG entwickelt hat. Hier werden Bodenplatten modular zusammengesetzt und so eine Testlandschaft für den Roboter aufgebaut. Mit Sensoren werden die Bewegungen gemessen. Der Roboter muss über unterschiedliche Bodenbeläge fahren, um Kurven navigieren und Rampen hinauf cruisen.

Noch aufregender wird es in der Virtuellen Realität: In der VR-Simulation betritt die Nutzer*in einen Elektromarkt. Zwischen vollgestellten Regalen, in denen sich Kaffeemaschinen türmen, rollt ein Roboter auf sie zu. Anschließend kann die Nutzer*in bewerten, wie sie die Begegnung empfunden hat.

Zum Abschluss zweier ereignisreicher Tage ging es zum gemeinsamen Abendessen in den Irish Pub – Cheers!

 

Lena Fiedler

Hi! Ich bin Lena, arbeite am Fachgebiet Wissensdynamik und Nachhaltigkeit in den Technikwissenschaften der TU Berlin und nebenberuflich als Texterin :)

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